KUNSTSTOFFTRAGETASCHE.INFO

EU-Richtlinie und Änderung der EU-Richtlinie 1

Im April 2015 beschlossen das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union eine Änderung der Richtlinie 94/62/EG. Diese bezieht sich auf die Verringerung des Verbrauchs von leichten Kunststofftragetaschen, also solchen mit einer Folienstärke unter 50 μm (Mikrometer).
Als Gründe werden u.a. angeführt:

  1. Kunststofftragetaschen tragen zu einer Vermüllung und einer ineffizienten Ressourcennutzung bei. In Gewässern sammeln sich die Tragetaschen und bedrohen das Ökosystem.
  2. Leichte Kunststofftragetaschen werden seltener wiederverwendet als solche aus stärkerem Material. Gleichzeitig ist der Verbrauch der dünnen Taschen weitaus höher.
  3. Die Recyclingraten von leichten Kunststofftragetaschen sind niedrig und werden voraussichtlich in naher Zukunft nicht steigen.
  4. Tragetaschen sollen nicht komplett aus dem Markt getilgt werden, vielmehr sollen die Verbraucher geschult werden, diese mehrfach zu verwenden und dann ordnungsgemäß einer Abfallverwertung zuzuführen.

Jedes EU-Mitglied ist selbst dafür verantwortlich, den Verbrauch von leichten Kunststofftragetaschen zu verringern. Mögliche Maßnahmen sind dabei:

  1. Preisfestsetzung/Bezahlpflicht
  2. Steuern
  3. Sonstige Abgaben wie Lizenzentgelte oder Gebühren
  4. Marktbeschränkungen
  5. Verbot

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen beziffern zu können, muss jeder Mitgliedsstaat seinen Verbrauch erheben und an die EU-Kommission weiterleiten.

Für Kunststofftragetaschen unter 15 μm Folienstärke können Ausnahmen gelten. In 2017 soll aber geprüft werden, ob eine weitere Regelung bzgl. dieser Taschen kommen wird.

Im Jahre 2021 legt die zuständige EU-Kommission einen Bericht vor, in dem die Wirksamkeit der Maßnahmen EU-weit bewertet wird.

Download: Änderung der EU-Richtlinie / EU-Richtlinie

1Amtsblatt der Europäischen Union L 115/11 vom 06.05.2015.