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Hintergründe zur freiwilligen Selbstverpflichtung
für Kunststofftragetaschen

Der Verbrauch von Kunststofftragetaschen soll nachhaltig reduziert werden. Dazu änderte das Europäische Parlament im April 2015 die EU-Richtlinie 94/62/EG. Tatsache ist, dass in Deutschland schon vor dem Eingreifen der Politik vorbildlich mit Plastiktüten umgegangen wurde: Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2013 in Deutschland bei 71 Tragetaschen. Der Wert liegt sogar unter der Zielsetzung der Richtlinie von 90 Tragetaschen pro Einwohner bis 2019!

Bis 2025 sollen im Jahr weniger als 40 Kunststofftragetaschen pro Kopf ausgegeben werden. Um auch dieses Ziel zu erreichen, schlossen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und der Handelsverband Deutschland (HDE) eine Vereinbarung zur Verringerung von Kunststofftragetaschen. Andere Verbände und 348 Handelsunternehmen folgten der Initiative und verpflichteten sich freiwillig zu folgenden Punkten:

  • Seit dem 01. Juli 2016 werden keine Plastiktüten mehr kostenlos an die Kunden abgegeben. Ausnahmen bilden z. B. die sehr leichten Kunststofftragetaschen, die aus Hygienegründen erforderlich sind oder als Erstverpackung für lose Waren dienen.
  • Bis 2018 muss gewährleistet sein, dass mindestens 80 % der von den teilnehmenden Unternehmen sowie der Mitgliedsunternehmen der Verbände in Verkehr gebrachten Kunststofftragetaschen nur noch gegen ein angemessenes Entgelt abgegeben werden.
  • Die Verringerung der Tragetaschenabgabe kann entweder durch ein Entgelt erreicht werden oder durch einen Verzicht auf Einwegtragetaschen. Informationskampagnen für Belegschaft und Kunden sind dabei erwünscht.
  • Um die Wirksamkeit der Vereinbarung zu messen, ist die GVM beauftragt worden, im Rahmen eines Monitorings die Anzahl der jährlich abgegebenen Tragetaschen zu erheben. Die Teilnehmer werden schriftlich aufgefordert, den Erhebungsbogen ausgefüllt an die GVM zu senden. Die Ergebnisse werden hier veröffentlicht.

Die vollständige Vereinbarung und der Erhebungsbogen stehen für Sie zum Download bereit.

Sollten die Voraussetzungen der freiwilligen Selbstverpflichtungsvereinbarung nicht erfüllt werden, wird das BMUB durch Rechtsvorschriften die Umsetzung der geforderten Höchstgrenze für Kunststofftragetaschen veranlassen.

Möchte Ihr Unternehmen der Vereinbarung zur Verringerung der Kunststofftragetaschen beitreten? Senden Sie einfach die ausgefüllte Beitrittserklärung per Post oder E-Mail an den Handelsverband Deutschland.


Neuigkeiten Januar 2018

Mehr als 350 Unternehmen in Deutschland haben sich mittlerweile der Vereinbarung offiziell angeschlossen. Damit konnten bereits mehr als 2 Milliarden Plastiktüten eingespart und der Verbrauch im Einzelhandel insgesamt um ein Drittel verringert werden.

Um die Reduzierung von Kunststofftragetaschen weiter voranzutreiben, hat der Handelsverband Deutschland im Rahmen der Klimaschutzoffensive des Handels Infomaterialien (Plakate, Flyer und Siegel) für die an der Selbstverpflichtung teilnehmenden Unternehmen erstellt (siehe rechte Spalte).

Bei diesen Unternehmen unterscheiden wir zwischen „Müllvermeider“ (Unternehmen verzichten am Point of Sale ganz auf Kunststofftragetaschen) und „Ressourcenschoner“ (Unternehmen bieten Kunststofftragetaschen am Point of Sale nicht mehr kostenfrei an).

Für weitere Informationen zu den Infomaterialien können Mitglieder der Selbstverpflichtung uns gerne unter klimaschutz@hde.de kontaktieren. Weitere Informationen zur Klimaschutzoffensive des Handels finden Sie unter: www.hde-klimaschutzoffensive.de

Downloads zum Thema


Infomaterialien zum Bestellen


Müllvermeider



Ressourcenschoner